Freitag, 15. Juni 2007

Nairobi

Das war wahrscheinlich der angenehmste Flug, den ich jemals hatte: 2 Sitze, 3 Zeitschriften, und ein Stewardessenteam, das mit aller Macht an die vergangene Sevice-Glanz und Gloria Zeiten der Swissair anknüpfen wollte.

Vier Arten von Passagieren: 1. dunkler Anzug, eventuell ohne Kravatte : Weltbank oder höhere UN. 2. komischer Anzug, Köfferchen, mit jedem und allem schwatzend: Geschäftsleute. 3. Rucksack und 3-Tagebart: auf dem Weg auf den Kilimandscharo. Wenn grauhaarig, dann sicher mit vieltaschiger Tropenweste und “ich fang den Tiger”-Blick. Und 4. Leinenhose, Hemd, evt. Jacket (hell!), je alter, desdo weniger Gepäck (schliesslich ist man weltgewandt und weiss auch in Nairobi, wo man eine Zahnbürste herbekommt. Im Gegensatz zu mir, die in Genf am Flughafen einen mitleidigen Blick geerntet hat, als ich meinen Koffer ächzend auf das Gepäckband gehieft habe. Einmal Hervorkruschteln der MSF Mission Order allerdings: und wie durch Zauberhand durfte das ganze Zeug passieren.): Unicef, Welternährungsorganisation, NGO’s.

Der MSF-Fahrer stand direkt vor meiner Nase, als ich aus der Zollkontrolle kam, ausgerüstet mit grossem Schild, Wasserflasche (“Durst?”) und Kenianischen Schilling für mich (“Hunger?”) – und zumindest die Wasserflasche war eine gute Idee für die folgende staubige Stunde rush hour durch Nairobi.

Zum Abendessen sind wir dann, um den Kulturschock zu vervollständigen, indisch essen gegangen. Das ist nicht so absurd, wie es klingt, es gibt eine Menge Inder in Kenia, sogar Gandhi war mal dort. Und ich hatte das dunkle Gefühl, dass ich noch genug Kamel zu essen bekommen würde … . Also noch ein letztes Bier und letzte Informationen in einem dieser weltweit existierenden internationalen Kneipen.

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