lange erwartet, heute war der grosse Tag der OP-Eröffnungsparty. Na ja, eine Party in Somalia sieht so aus: die Männer auf einer Seite, schick anzusehen die Herren des Aeltestenrates mit ihren Henna-gefärbten Bärten und karierten Röcken. Der neue Gouverneur, der alte district commissioner (draussen die berühmt-berüchtigten Technicals, das sind diese Pick-ups mit Maschinengewehr auf der Ladefläche und einer Menge junger Leibwächter). Die Doktors und Ahmet, die "Oberschwester", und das health committee (mehr Henna-Bärte, ausserdem eher dicke Bäuche). auf der anderen Seite die Frauen, eine vom health committee, wir weiblichen expats und, Demonstration von Selbstbewusstsein, 2 Hebammen und 3 Krankenschwestern.
Dann gab es lange, vom Winde verwehte Reden - ich glaube, in dem Sinne, dass alle zufrieden und glücklich sind, jedenfalls haben wir alle artig geklatscht. Das Essen kam dann ganz selbstverständlich in grossen Platten in die Mitte des Tisches, und nachdem die Putzfrauen mit einem grossen Eimer Wasser zum Händewaschen die Runde gemacht hatten, haben wir uns mit den Fingern bedient. Das Essen ist sowieso der zentrale Punkt eines Somalischen Fests, wurde uns erklärt, und so ist das Chirurgenteam ziemlich schnell wieder in den neuen OP verschwunden, um sich den Opfern des letzten Clanzusammenstosses zu widmen, und die Logistikcrew musste auf dem Gusse folgen, da der neue OP noch ein paar Kinderkrankheiten hat (vielleicht sollten wir beim nächsten Mal Maria, die Pädiaterin, rufen?).
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