Samstag, 4. August 2007

Statistik

und jedesmal am Anfang des neuen Monats der gleiche Kampf: die Krankenhausstatistik. Oh mein Gott, was bin ich froh, dass es dafür bei uns Leute gibt, die das im besten Fall sogar gerne machen, in jedem Fall aber machen! das Entziffern der Diagnosen, Nachrechnen von Aufenthaltstagen, Zählen von Komolikationen und im schlimmsten Fall "kannst Du Dich erinnern, ob dieser Patient in einem chirurgischen Bett lag oder in der Kinderstation?" ist wirklich kein Spass.

freundlicherweise ist heute der neue Gouverneur eingetroffen - freundlicherweise, weil das die Sicherheitslage mal wieder soweit strapaziert hat, dass wir am Nachmittag nicht ins Krankenhaus gehen konnten und deshalb die Statistik in Ruhe auf der Dachterasse (Laptops sind ein Segen!) mit einem frischen Tee in Angriff nehmen konnten. und das mit der Dachterasse war insofern auch eine gute Idee, weil der Akku des Laptops nach 1 1/2 Stunden in die Knie ging und Pierre nur mit Kopfschütteln auf unseren nicht wahnsinnig ernstgemeinten Wunsch nach einem Verlängerungskabel reagiert hat, ob wir vielleicht glauben, dass er endlos Verlängerungskabel in seiner Hosentasche habe oder den Generator ausstecken solle - klar glauben wir das, er ist schliesslich der Techniker, magic Pierre wird's schon richten!

der Einzug des neuen Guverneurs war allerdings ein bisschen beunruhigend ... das sah von unserem Balkon wirklich aus wie im Fernsehen. Schrottreife Vehikel, vollgestopft mit jugentlichen Soldaten, Geschrei, Gehupe, Geblinke (sofern der Blinker noch funktioniert hat) und jede Menge Staub. und eine Bevölkerung, die ihre Marktstände ziemlich früh verlassen hat heute. Na ja, 2 der jungen Leibwächter waren jedenfalls nicht mehr dabei, weil sie gestern Nacht von ihrem Laster gefallen sind und jetzt mit Gehirnerschütterung und Platzwunden in unserem Krankenhaus liegen. War nicht leicht, einem vollgedröhnten kopfschmerzgeplagten 20-jährigen klarzumachen, dass er entweder medizinische Hilfe oder sein Gewehr zurückbekommt, aber nicht beides gleichzeitig - und seinen Kumpels, dass es NICHT nötig ist, zu zehnt um sein Bett herumzustehen und den Mini-Rambo zu markieren. wahrscheinlich heult er morgen, weil er nicht dabei war beim Triumphzug.

andererseits hat uns der Guverneur auf diese Weise eine kleine Pause vom Patienten- und Komplikationenzählen verschafft und mir einen verlängerten Mittagsschlaf. so hat doch alles sein Gutes, irgendwie!

Keine Kommentare: